TV-Reichweitenstudie 2010: Erstmals setzt die Mehrheit der Schweizer auf digitalen TV-Empfang

Zürich, 07.04.2011. Ein Meilenstein in der Schweizer Fernsehgeschichte: 2010 haben die Schweizer TV-Haushalte erstmals mehrheitlich auf digitalen TV-Empfang gesetzt. Zum Jahresende 2010 empfingen in der Schweiz über alle Empfangsebenen hinweg (Satellit, Kabel, Terrestrik, IPTV) 1,5 Millionen der knapp drei Millionen Haushalte ihre Programme digital (2009: 1,4 Millionen).

Die Zahl der über Satellit versorgten digitalen TV-Haushalte ist im vergangenen Jahr auf 510.000 angewachsen, 89 Prozent davon empfangen ihr Programm über ASTRA. Die Digitalisierungsquote ist auf 96 Prozent gestiegen, nur noch vier Prozent der Schweizer Satellitenhaushalte empfangen ihr Programm analog. Im Kabel liegt die Digitalisierungsquote bei 64 Prozent. Betrachtet man den Gesamtmarkt für Digital-TV-Empfang in der Schweiz, entfallen auf die verschiedenen Verbreitungswege folgende Marktanteile: Kabel 51 Prozent, Satellit 34 Prozent, IPTV 12 Prozent, DVB-T 4 Prozent.

Berücksichtigt man analogen und digitalen TV-Empfang, bewegen sich die Reichweiten der beiden führenden Infrastrukturen insgesamt auf Vorjahresniveau. Über Kabel schauen 2,1 Millionen Haushalte in der Schweiz fern, etwas mehr als 0,5 Millionen über Satellit. Nahezu unverändert ist die Nutzerschaft von IPTV (0,2 Millionen), während sich die ohnehin geringe Bedeutung des terrestrischen Empfangs nahezu halbierte (0,06 Millionen TV-Haushalte).

Alle Ergebnisse beruhen auf den Daten des aktuellen „Satelliten Monitors“, den das Marktforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag von SES ASTRA jährlich durchführt. Für die Untersuchung wurden zum Jahresende 2010 in der gesamten Schweiz 1.700 Interviews durchgeführt. Die Methodologie und Ergebnisse sind durch unabhängige Institute bestätigt.

HD ready: über 3,1 Millionen HD ready Fernseher in den Schweizer Haushalten

Rein statistisch steht in jedem Schweizer Haushalt mindestens ein Fernseher, der für den Empfang von HDTV geeignet ist. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) klettert die Zahl der HD-ready-Geräte auf 3,1 Millionen – ein Anstieg um mehr als ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr (2,3 Millionen). Erstmals dominierten HD-Geräte auch das Geschäft mit Digital-Receivern. Der Absatz von HD-Receivern stieg von 16.690 in 2009 auf 25.200 im Jahr 2010. Gleichzeitig sanken die Verkäufe von Standard-Digital-Receivern von 32.232 auf 23.653. Über ASTRA können Zuschauer in der Schweiz derzeit acht HD-Programme empfangen: Das Erste HD, ZDF HD, arte HD, Anixe HD, Servus TV HD sowie drei HD-Sender von Sky Deutschland.

„Der Satellitenempfang über ASTRA spielt im traditionellen Kabel-TV-Land Schweiz bei der Digitalisierung eine überdurchschnittliche Rolle”, sagt Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer ASTRA Deutschland. „Das stimmt uns zuversichtlich für die Zukunft, denn die Verkaufszahlen bei TV-Geräten und Receivern zeigen eindeutig, dass dem digitalen Fernsehen und vor allem HDTV die Zukunft gehört. Die Schweiz ist HD ready – und ASTRA ist es als HDTV-Pionier und Marktführer in Europa auch.“

Europa: ASTRA steigert Reichweite und versorgt 135 Millionen TV-Haushalte in 35 Ländern / Wichtigste HD-Plattform mit mehr als 200 HD-Sendern

ASTRA hat seine Position international gestärkt und versorgt von den insgesamt 246 Millionen TV-Haushalten Europas direkt und indirekt 135 Millionen – das sind mehr als die Hälfte aller TV-Haushalte. 168 Millionen TV-Haushalte (69 Prozent) in Europa empfangen ihre Programme digital, 23 Millionen mehr als Ende 2009. Der Satellit hält hier deutlich die Führungsposition und versorgt 75 Millionen TV-Haushalte digital, das ist nahezu jeder Zweite. Mit einer Digitalisierungsrate von 95 Prozent liegt der Satellit klar vor dem Kabel (29 Millionen digitale Haushalte, 42 Prozent). Auch insgesamt – digitale und analoge Haushalte addiert – baute der Satellit die Führung gegenüber dem Kabel aus: 79 Millionen TV-Haushalte empfangen ihre Programme via Satellit (2009: 77 Mio.), 71 Millionen über Kabel (unverändert). 84 Millionen Haushalte empfangen ihre Programme terrestrisch (2009: 86 Mio.).