Deutschland digitalisiert: Der Countdown für das analoge Satellitenfernsehen läuft

Unterföhring, 25. April 2012. Jetzt werden nur noch die Stunden gezählt. Am 30. April endet das analoge Satellitenfernsehen in Deutschland. In der Nacht zum Montag werden alle verbliebenen analogen TV-Sender abgeschaltet. Programmanbieter und SES als Betreiber des ASTRA-Satellitensystems haben die technischen Vorbereitungen für eine der größten Umstellungen in der deutschen Fernsehgeschichte abgeschlossen. Und auch die Zuschauer haben sich auf die neue Ära eingestellt. Die Nachfrage nach digitalen Satelliten-Receivern hat in den ersten drei Monaten des Jahres ein neues Allzeithoch erreicht. In den verbleibenden Tagen werden die Sender nochmals in einer breit angelegten Kampagne auf die Umstellung hinweisen. Ab 30. April gibt es Fernsehen über Satellit in Deutschland dann nur noch digital.

Die Zahl der noch verbliebenen analogen Sat-Haushalte lässt sich derzeit nicht exakt beziffern. Zum Jahresanfang waren es noch 1,77 Millionen. Eine Adhoc-Analyse von ASTRA auf Basis aktueller Zahlen von GfK Retail and Technology zeigt jedoch, dass in den vergangen drei Monaten ein regelrechter Run auf digitale Sat-Empfangsgeräte eingesetzt hat. Von Januar bis März wurden insgesamt 1,44 Millionen Satelliten-Receiver verkauft. Das waren fast doppelt so viele wie in den ersten drei Monaten 2011 (0,79 Mio.) Hinzu kommen im gleichen Zeitraum 1,18 Millionen Flachbildfernseher mit eingebautem digitalen Satellitenempfänger (IDTV). Im ersten Quartal 2011 waren es nur 0,68 Millionen. In Summe wurden laut GfK in Deutschland in den ersten drei Monaten 2012 damit 2,62 Millionen Empfangseinheiten für digitales Satellitenfernsehen gekauft. Das entspricht einem Wachstum von fast 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1. Quartal 2011: 1,47 Mio.).

Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer ASTRA Deutschland: „Deutschland ist in der digitalen Fernsehzukunft angekommen. Über 2,6 Millionen verkaufte Geräte für digitalen Sat-Empfang in nur drei Monaten – das ist ein Rekord, mit dem die wenigsten in der TV-Branche gerechnet haben. Im statistischen Schnitt müssten von Januar bis April pro Monat jeweils rund 440.000 Haushalte auf Digitalempfang umstellen, damit bei keinem Haushalt der Bildschirm am 30. April schwarz bleibt. Natürlich enthalten die Verkaufszahlen der GfK auch Geräte, die von bereits digitalisierten Haushalten als Zusatz- oder Ersatzgeräte angeschafft wurden. Und natürlich wird nicht jeder IDTV mit eingebautem Sat-Empfang auch hierfür genutzt. Aber unter dem Strich sind die GfK-Zahlen ein ermutigendes Indiz dafür, dass das Gros der betroffenen Haushalte mit Analogempfang den notwendigen Gerätetausch offensichtlich bereits vorgenommen hat.“

Allen Sat-Haushalten, die noch nicht umgestellt haben, empfiehlt Elsäßer noch vor dem Wochenende den Weg zum Händler: „Wer vermeiden möchte, dass er am Montag einen schwarzen Bildschirm hat, sollte am besten sofort handeln. Einfache Digital-Receiver gibt es schon für 30 Euro. Im Unterschied zu anderen Verbreitungswegen wie dem Kabel bleibt auch der digitale Satellitenempfang kostenlos, es fallen keine monatlichen Gebühren an. Besonders sinnvoll ist die Anschaffung eines digitalen Sat-HD-Receivers: Ab Mai wird es in Deutschland über Satellit mehr als 50 TV-Kanäle in HDTV geben. Alleine ARD und ZDF strahlen künftig zehn weitere Programme im hochauflösenden HDTV-Standard aus. Wer auch Private wie RTL oder ProSieben in HD erleben möchte, sollte sich gleich für einen HD+ Receiver entscheiden.“

Aber auch wer bereits auf Digitalempfang umgestellt hat, sollte Augen und Ohren offen halten. Elsäßer: „Vor allem wer in seinem Familien- oder Bekanntenumfeld ältere Menschen kennt, sollte sie auf die Analogabschaltung ansprechen. Diese Zielgruppe ist überdurchschnittlich betroffen.“