SAT-IP: Satellitenfernsehen auf Tablets, Smartphones und Computern unkompliziert empfangen

Unterföhring/Berlin, 12. Juli 2012. Satellitenfernsehen auf dem iPad, Android-Gerät oder der Spielekonsole empfangen? In bester HD-Qualität über beliebige IP-Netze?

Was gestern noch Zukunftsmusik war, könnte schon bald Realität in Millionen von europäischen Satelliten-Haushalten werden. Möglich macht es der neue Standard SAT-IP, den der Satellitenbetreiber SES gemeinsam mit Partnern entwickelt hat. Heute stellten SES und das Tochterunternehmen ASTRA SAT-IP im Rahmen des „IFA Innovations Media Briefing“ in Berlin vor.

SAT-IP „übersetzt“ linear über Satellit ausgestrahlte Fernsehprogramme für die Nutzung auf internetbasierten Endgeräten in die IP-Welt. So können Zuschauer ohne Medienbruch und ohne zusätzlichen Verkabelungsaufwand TV-Programme auf verschiedenen Endgeräten sehen. Und das in der gewohnt guten Qualität der Satelliten-Übertragung, ohne dabei eine Internet-Verbindung nutzen zu müssen.

Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer ASTRA Deutschland: „Nach der Digitalisierung steht das Satellitenfernsehen vor der dem nächsten Quantensprung. SAT-IP ermöglicht Satellitenfernsehen auch auf Geräten ohne integrierten Sat-Empfänger wie Tablets oder Smartphones – und das über jede vorhandene IP-Infrastruktur. Für die Übertragung der TV-Programme ins heimische IP-Netzwerk fallen keine Gebühren an, SAT-IP ist bis auf die Anschaffung der nötigen Hardware kostenlos. Der Satellit unterstreicht damit seine führende Rolle beim Fernsehempfang im digitalen Zeitalter – und wird für neue Zielgruppen interessant, die sich für technische Innovationen begeistern.“

SAT-IP im Markt: Erste Geräte in Kürze erhältlich

Für die Umwandlung der Satellitensignale sorgen sogenannte „Server“. Hier wird sukzessive eine Reihe von Gerätetypen auf den Markt kommen. Voraussichtlich schon zur IFA 2012 sind Konverterboxen erhältlich, die bis zu vier verschiedene TV-Kanäle gleichzeitig an vier verschiedene Endgeräte übertragen können. Modelle mit acht Tunern könnten bald folgen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen spezielle Satellitenreceiver oder sogar IP-LNBs auf den Markt kommen, die die Sat-IP-Konverter-Logik bereits implementiert haben.

Nach der Umwandlung werden die Satellitenprogramme über das Heimnetzwerk zu den Empfangsgeräten – den „Clients“ – transportiert. Tablets, PCs, Laptops, Smartphones, Connected TVs, Spielekonsolen oder MediaPlayer sind automatisch für den Empfang geeignet, wenn sie über die entsprechende Software verfügen. Bei vielen genügt ein Software-Update oder eine App, um SAT-IP-fähig zu werden.

Für jede Wohnsituation gibt es dabei die ideale Lösung: Der Zuschauer kann frei entscheiden, über welches IP-Netz er die Programme übertragen möchte. Über Ethernet stehen mindestens 100 MBit/s zur Verfügung. Gleiches gilt für moderne Powerline-Adapter. Somit lassen sich immerhin acht HD-Programme oder 25 bis 30 SD-Programme gleichzeitig übertragen. Über WLAN steht in der Regel etwas weniger Bandbreite zur Verfügung, wobei die Nettodatenrate von der Entfernung zum Access-Punkt und von Interferenzen zu Nachbarnetzen abhängig ist.

Neue Impulse und Chancen für Hersteller und TV-Sender

Vom IP-Multiswitch über Receiver bis zur App – SAT-IP eröffnet Herstellern viele Möglichkeiten, um eine große Bandbreite innovativer Hard- und Software zu entwickeln und zu vermarkten. Auch für TV-Sender bietet SAT-IP ein Reihe von Vorteilen. Nicht nur im Vergleich zu rein IP-basierten Transportwegen ist die Übertragung über Satellit die effizienteste Variante. Elsäßer: „Gerade im linearen Live-Broadcastbetrieb ist der Satellit für die Übertragung die wirtschaftlichste Lösung für die Sender. Durch SAT-IP wird sichergestellt, dass sie mit ihrem Angebot alle relevanten Endgeräte erreichen. Dadurch wird die Sender-Reichweite erheblich gesteigert, MultiScreen-Fernsehen wird so einfach wie nie zuvor.“

SAT-IP soll als offener, herstellerunabhängiger europäischer Standard etabliert werden und wurde von SES bereits bei der europäischen Standardisierungsorganisation CENELEC eingereicht.