TV-Verbreitung in Deutschland: Erstmals empfangen mehr als 18 Millionen Haushalte ihr Fernsehprogramm über Satellit

Unterföhring/München, 19. Februar 2013. Erstmals empfangen mehr als 18 Millionen Haushalte in Deutschland ihr TV-Programm im Erstempfang über Satellit. Die Reichweite des Kabelfernsehens sinkt dagegen unter die Siebzehn-Millionen-Marke. Im vergangenen Jahr konnte der Satellit auf 18,07 Millionen erreichte TV-Haushalte zulegen, ein Plus von mehr als einer halben Million Haushalte (2011: 17,54 Mio.). Mit einem Anteil von 47 Prozent baut der Satellit seine Führungsposition unter den Verbreitungswegen weiter aus und vergrößert den Abstand zum Kabel, dessen Reichweite auf 16,70 Millionen TV-Haushalte (17,27 Mio.) zurückging. Das entspricht einem Anteil von 44 Prozent.

Nach einem Rückgang im Jahr 2011 konnte das digitale terrestrische Fernsehen im Zuge der Analogabschaltung im letzten Jahr wieder etwas zulegen. DVB-T gelang 2012 wieder knapp der Sprung über die Zwei-Millionen-Grenze auf 2,05 Millionen Haushalte, ein Plus von 220.000 Haushalten im Vergleich zu 2011 (1,83 Mio.). Einen Anstieg verzeichnete auch das Internet-basierte Fernsehen (IPTV). 2012 empfingen 1,26 Millionen (2011: 1,25 Mio.) Haushalte ihr Fernsehen über schnelles Internet. Insgesamt lag die Zahl der Fernsehhaushalte in Deutschland Ende 2012 bei 38,08 Millionen. Alle Zahlen basieren auf dem aktuellen ASTRA TV-Monitor 2012, den das Marktforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag von ASTRA durchgeführt hat. Für die Untersuchung wurden Ende des vergangenen Jahres deutschlandweit 6.000 Interviews geführt. Bei der Auswertung wurde jeweils der Empfangsweg für den Erstempfang berücksichtigt, das Hauptfernsehgerät der Haushalte.

Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer ASTRA Deutschland: „Das Satellitenfernsehen hat die erst ein Jahr alte Marktführerschaft behauptet und ausgebaut. Die Ergebnisse des TV-Monitors 2012 sind die logische Folge der Vorteile des beliebtesten TVVerbreitungswegs in Deutschland. Das Angebot ist vielfältig, die Empfangsqualität hoch und der Empfang günstig. Die hohen Verkaufszahlen von Sat-Receivern und Fernsehern mit eingebautem Sat-Empfänger im Jahresverlauf hatten uns bereits zuversichtlich gestimmt. Aber einen Vorsprung vor dem Kabel von fast 1,4 Millionen Haushalten zum Jahresende hätten nur wenige für möglich gehalten. Erfreulich ist, dass ein großer Teil des Zuwachses im zweiten Halbjahr zustande kam, nach der Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens Ende April 2012. Wir gehen daher davon aus, dass der Trend hin zum Satelliten nachhaltig ist.“

TV-Trend HDTV: Konsum und Nachfrage steigen
Auch 2012 war das hochauflösende Fernsehen (HDTV) entscheidender Wachstumstreiber der Digitalisierung. 44 Prozent aller Satellitenhaushalte empfangen ihre TV-Programme inzwischen in der bestmöglichen Bild- und Tonqualität. Im Kabel liegt der entsprechende HD-Anteil bei 27 Prozent. 7,90 Millionen Satelliten-Haushalte in Deutschland schauen inzwischen ihre Programme in HD. Das sind knapp zwei Millionen mehr als im Vorjahr (2011: 5,94 Mio.). Im Kabel setzen 4,53 Millionen Haushalte auf HD (3,26 Mio.). Das entspricht einem Anteil an allen Kunden von 27 Prozent. Insgesamt klettert die Zahl der HD-Haushalte in Deutschland 2012 auf 13,1 Millionen (10,0 Mio.).

Wolfgang Elsäßer: „HDTV wird auch 2013 der entscheidende Impulsgeber für Hardware- Hersteller, Handel und Sender. Über ASTRA können inzwischen 63 HD-Kanäle empfangen werden. Allein im vergangenen Jahr sind über 20 HD-Sender neu hinzugekommen. HDTV ist für Millionen Haushalte der entscheidende Entwicklungssprung im Fernsehen der letzten drei Jahrzehnte.“ Dafür sprechen auch Ergebnisse des aktuellen ASTRA TV-Monitors. Demnach finden 89 Prozent der befragten HDTV-Nutzer, dass Fernsehen in HD eine „deutlich bessere Bild- und Tonqualität“ bringt. 61 Prozent wünschen sich mehr Programme in HD und 24 Prozent geben sogar an, dass das HD-Angebot ihren Fernsehkonsum beeinflusst („Ich könnte mir vorstellen, dass ich einen Sender weniger nutze, wenn er im Unterschied zu anderen nicht in HD sendet.“).

Deutschland digital:
Vier von fünf Haushalten empfangen ihr TV-Programm inzwischen digital
Die Digitalisierung des deutschen Fernsehmarktes schreitet voran – auch beschleunigt durch die Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens Ende April 2012. Die Zahl der Haushalte, die ihr Fernsehen digital empfangen, kletterte auf 30,45 Millionen Haushalte (2011: 26,76 Mio.). Die Digitalisierungsquote stieg damit auf 80 Prozent. Nur noch jeder fünfte Haushalt empfängt sein TV-Signal analog. Dabei handelt es sich ausschließlich um Kabelkunden. Betrachtet man den Digital-TV-Markt der Verbreitungswege, liegt der Satellit mit einem Anteil von 59 Prozent deutlich vor dem Kabel (30%), DVB-T (7 Prozent) und IPTV (4 Prozent).

Digitalisierung treibt 2012 den Hardware-Markt
2012 war ein Rekordjahr für die Hersteller und Handel. Die Zahl der verkauften Satelliten- Receiver kletterte auf 4,92 Millionen Geräte, ein Plus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (4,02 Mio.) Der Absatz von Flatscreens mit integriertem Satellitenempfang entwickelte sich noch dynamischer und wuchs um 54 Prozent auf 4,97 Millionen (3,22 Mio.). Laut ASTRA TV-Monitor wollen sich elf Prozent der rund 38,1 Millionen TV-Haushalte in Deutschland innerhalb der nächsten zwölf Monate einen HD oder HD+ Receiver zulegen.

ASTRA TV-Monitor 2012 – Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

TV-Empfang Deutschland gesamt

(Haushalte in Mio.)20122011Verändert
Satellit18,117,5+ 3%
Kabel16,717,3- 3%
DVB-T2,11,8+ 12%
IPTV1,261,25+ 1%

HDTV-Haushalte in Deutschland

(Haushalte in Mio.)20122011Verändert
Satellit7,905,94+ 33%
Kabel4,533,26+ 39%